WAS DICH ERWARTET
Immer mehr Kinder wachsen mit mehr als einer Sprache auf. Dabei werden die Situationen, in denen Sprache heute erworben wird, deutlich vielschichtiger und komplizierter. Kinder hören verschiedene Sprachen, wenn ihre Eltern oder Geschwister diese Sprachen sprechen, eine andere Sprache im Umfeld gesprochen wird, im Kindergarten und in der Schule. Sie hören manche Sprache seltener oder gar nicht mehr, wenn Eltern sich trennen, die Familie verzieht oder die Einrichtung wechselt. Welchen Stellenwert die einzelnen Sprachen vor allem bis ins Schulalter im Leben des Kindes einnehmen, kann sehr unterschiedlich sein und sich mit der Zeit verändern. Mythen und Missverständnisse über kindliche Mehrsprachigkeit halten sich in Familien, aber auch bei Fachleuten hartnäckig. Zeigen sich in der Entwicklung bei einem mehrsprachigen Kind Probleme, werden diese oft auf die mehrsprachige Erziehung zurückgeführt. Dies erschwert Familien den Zugang zu der für ihr Kind angemessenen Unterstützung.
Der Vortrag zeigt, worauf es beim Mehrspracherwerb ankommt und wie Bezugspersonen die sprachliche Entwicklung bereits im Kleinkindalter fördern können. Exemplarisch vorgestellt wird die Sprachmodellierungstrategie Toy Talk. LogopädInnen/SprachtherapeutInnen können Eltern die evidenzbasierte Strategie in kurzer Zeit vermitteln und damit die Sprachförderung von sprachgesunden ein- oder mehrsprachig aufwachsenden Kindern sowie von Kindern mit einer Sprach-/Kommunikationsstörung nachhaltig positiv beeinflussen. Im Anschluss erhalten Teilnehmende Antworten auf ihre Fragen.
SEMINARZEITEN UND UNTERRICHTSEINHEITEN
19.10.2026, 17:30 - 20:00 Uhr, 3 UE
Kurzvita Dozent:in
Prof. Dr. phil. Wiebke Scharff Rethfeldt ist Logopädin und leitet als Professorin für Logopädie, Mehrsprachigkeit und klinisch interkulturelle Kompetenz den Fachbereich Logopädie des Aufbaustudiengangs Angewandte Therapiewissenschaften – Logopädie und Physiotherapie B.Sc. an der Hochschule Bremen - City University.
Zu ihren Arbeitsschwerpunkten in Lehre, Forschung und Third Mission zählen u.a.
- die Frühdiagnostik von Sprachentwicklungsstörungen sowie Zugänge zur logopädischen Versorgung bei kulturell diversen und mehrsprachigen Kindern,
- konzeptionelle Überschneidungen zwischen Sprachförderung und Sprachtherapie, und
- klinisch-interkulturelle Kompetenzen in Ausbildung, Forschung und Praxis.
Dabei orientiert sie sich bewusst an den internationalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung der UN, darunter Gesundheit, hochwertige Bildung und Abbau von Ungleichheit. Sie hält weltweit Vorträge zu SES bei Mehrsprachigkeit und Transformation.